Montageschäden / Bauleistungsschäden Unternehmereigenschaft

Insbesondere beim Projektgeschäft passiert es immer wieder, dass die Unternehmereigenschaft nicht korrekt herausgearbeitet wird. Anbei ein Beispiel:

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Probleme bei Inbetriebnahme/ Abnahme

Probleme bei der Inbetriebnahme am Beispiel einer Querteilanlage

 Eine Querteilanlage oder auch  Blechrichtmaschine mit Schere wird eingesetzt um Coils mit einer Blechdicke bis 6.0 mm, einem Gewicht bis max.  30 t und maximal 2.000 mm breite zu richten und zu zuschneiden. Die Bleche werden mittels diversen Kardangelenken, die mit unterschiedlich langen Wellen verbunden sind, gerichtet. http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzgelenk   Im konkreten Fall haben sich die Wellen stark erwärmt und sind mehrfach gebrochen. Die Ursache für die Brüche konnte zunächst nicht ermittelt werden.

Problematisch war, dass es für die fabrikneue Maschine kein bzw. nur ein sehr oberflächliches Abnahmeprotokoll gab. (3 Zeilen: Übergeben /Übernommen Datum und Unterschrift) Einen Leistungsnachweis über die volle Funktionsfähigkeit der Anlage gab es nicht.

Für die Maschine wurde eine Maschinenversicherung und eine Maschinenbetriebsunter-brechungsversicherung abgeschlossen.

Zur Verdeutlichung der Probleme werden im Folgenden kurz die allgemein üblichen Forderungen dargestellt, die zur Versicherung notwendig gewesen wären.

  • Die Maschinenversicherung sollte ab Beginn der vollen Funktionsfähigkeit der Anlage beginnen, mit Übergang der Gefahrtragung vom Hersteller an den Betreiber. Hierzu ist ein detailliertes Abnahmeprotokoll mit Leistungsnachweis nötig. Im Schadenfall kann man dann auf dieser Basis die Sollwerte mit den Istwerten vergleichen…
  • Da jede Anlage eine gewisse Anlaufphase hat, in der auch Anpassungen bzw. Nachregulierungen erfolgen, kann eine Betriebsunterbrechungsversicherung erst installiert werden, wenn die Anlage über einen längeren Zeitraum fehlerfrei läuft.

Es entstand der Eindruck, dass die Anlage weder die gemäß Vertrag zugesagten Eigenschaften hatte noch jemals die volle Funktionsfähigkeit erreichte. Durch die massiven Mängel während der Montage und Inbetriebsetzungsphase entwickelte sich ein Streit, der durch den Konkurs des Errichters noch erschwert wurde.

 Die Praxis zeigt, dass im oben genannten Zusammenhang zur Vermeidung von Streitigkeiten  besonders Wert auf:

  • eine ordnungsgemäße Dokumentation während der Errichtungsphase
  • ein detailliertes, ausführliches Abnahme-, und Inbetriebnahmeprotokoll
  • die Hinweise des Herstellers zum Betrieb der Anlage
  • die Wartungshinweise des Herstellers

zu legen ist.

Versicherungsprämie

Die Prämie für eine Maschinenversicherung ist vergleichsweise gering. Angesichts der Tatsache, dass die überwiegende Mehrheit der Schäden durch menschliches Versagen entstehen, sollte man sich genau überlegen, ob es sinnvoll ist eine derartige Versicherung abzuschließen. Der menschliche Faktor ist nur sehr schwer kalkulierbar. Auch der beste Mitarbeiter macht gelegentlich einmal einen Fehler! Da solche Mitarbeiter natürlich an exponierter Stelle eingesetzt werden, können die Auswirkungen eines solchen Fehlers die Existenz der Firma in Frage stellen. Wenn man nun auf einen guten TV Versicherer zurückgreifen kann, dürften die Probleme überschaubar werden.

 

Schäden an Industrieshreddern

http://de.wikipedia.org/wiki/Schredder_(Maschine)

Es kommt immer wieder vor, dass Schäden an Shreddern gemeldet werden. Typische Fehler sind versteckte Fremdkörper die versehentlich mit dem Shreddergut in den Aufnahmetrichter gelangen. Teilweise kann der Magnetabscheider die Fremdkörper nicht selektieren- es kommt zum Schaden…. Hier sollten die Mitarbeiter gut geschult sein, um zu erkennen, welche Auswirkungen Fremdkörper für die Maschine haben.

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Verhältnis zu anderen Versicherungszweigen

Weiter oben wurde unter Brandschäden bereits darauf hingewiesen, dass es hilfreich ist Klarheit darüber zu haben was eigentlich versichert ist und welche Schnittstellen es zwischen den unterschiedlichen Bedingungswerken gibt. Wie so oft ist die Schadenregulierung des Versicherers das Kriterium der Wahrheit über die ordnungsgemäße Beratung des Kunden.

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Wasserbaustellen

Wasserbaustellen

Die Versicherung von Maschinen, die an Wasserbaustellen eingesetzt werden, sind ebenso wie der Einsatz von Maschinen unter Tage, versicherungstechnisch eine Gefahrerhöhung und müssen normalerweise gesondert vereinbart werden. Im vorliegenden Fall sollte ein Kanal ausgebaggert werden.wasserUnbenannt - 2 Ein Bagger wurde hierzu auf einen Schubverband platziert. Bedauerlicherweise hat man sich in Vorbereitung dieses Einsatzes nicht vom Zustand der Verbindungsbolzen am Schubverband überzeugt. Die meisten Bolzen waren verrostet und unbrauchbar. Durch die Belastung mit dem Bagger brach der Schubverband in zwei Teile. Geistesgegenwärtig verharkte der Baggerfahrer den Ausleger und verhinderte damit den Untergang des Baggers, der über eine Maschinenversicherung versichert war.

 Ein ersatzpflichtiger Sachschaden am Bagger ist damit nicht entstanden.

40.000 EUR wurden geltend gemacht, die sich wie folgt zusammensetzen:

  •  Einsatz von Tauchern zur Sicherung des Schubverbandes
  • Errichtung einer Ölsperre
  • erhöhte Bergungskosten u.a. durch den Einsatz eines Spezialkranes

Versicherer und Versicherungsnehmer haben sich auf einen Vergleich verständigt.

Amphibienfahrzeug

In einem rekultivierten Tagebau sollten Geogitter zur Befestigung der Oberfläche verlegt werden.amph Hierzu kam ein Amphibienfahrzeug zum Einsatz.Trotz ordnungsgemäßer Vorbereitung durch den Auftragnehmer kam es zur Schieflage und letztlich zum Versaufen des Fahrzeugs. Die Bergung erfolgte mittels Mobilkran. Beim Abschluss der Maschinenversicherung wurde das spezielle Einsatzgebiet berücksichtigt und mitversichert.

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Der Kostenvoranschlag zur Reparatur entsprach dem Neuwert des Fahrzeugs ohne Spezialanbauten. Problematisch war, dass das  Amphibienfahrzeug mehrere Tage unter Wasser lag und nach der Bergung noch ca. 14 Tage abgestellt waamph1r. Man musste davon ausgehen, dass durch die massive Korrosion alle Baugruppen des Amphibienfahrzeugs erheblich beschädigt wurden (insbesondere die Steuerung) und eine Reparatur nur mit erheblichem Aufwand mängelfrei ausgeführt werden kann.  Nach Abwägung aller Fakten entschied man sich in Absprache zwischen Versicherungsnehmer und Versicherer das Amphibienfahrzeug zum Totalschaden zu erklären und entsprechend zu entschädigen.

Schaden an einer Vorschubrüstung

Vorschubrüstung

http://de.wikipedia.org/wiki/Vorschubr%C3%BCstung

Die Vorschubrüstung wurde im Brückenbau eingesetzt. Zur Abstützung werden mehrere Hydraulikzylinder und diverse Rüstungen eingesetzt. Der schadenursächliche Hydraulikzylinder befand sich an einer schwer zugänglichen Stelle. Trotz eindeutiger Arbeitsanweisungen wurde der Sicherungsring nicht angezogen. Die Hydraulikzylinder werden über ein Hydrauliksystem versorgt, das für den notwendigen Betriebsdruck sorgt. Ein Hydrauliksystem kann  erhebliche Kräfte übertragen, allerdings ist ein solches System nie über einen längeren Zeitraum stabil. Leckagen sind nicht zu vermeiden, dies wurde im vorliegenden Fall vernachlässigt.

NHydraulikzylinderachdem die Hydraulikzylinder durch den Betoneintrag in die Vorschubrüstung belastet wurden, gab der nebenstehende Zylinder um einige Zentimeter nach. Das hatte zur Folge, dass sich die komplette Rüstung absenkte. Die Teilbau-leistung musste komplett demontiert und neu erstellt werden. Es entstand ein erheblicher Schaden.

Dampfturbinen

Schäden an Dampfturbinen

In der Industrie hat sich der Einsatz von Dampfturbinen vielfach bewährt  http://de.wikipedia.org/wiki/Dampfturbine   Allerdings kann auch eine Dampfturbine ausfallen. Sofern dies unvorhersehbar passiert ist meistens mit erheblichen Kosten zu rechnen. Es gibt zahlreiche Beispiele für unvorhersehbare Komplikationen…

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Sachverständige

Sachverständige

Der Leser hat vielleicht schon bemerkt, dass die qualifizierte Schadenbearbeitung im Bereich Technische Versicherung an gediegene Fachkenntnisse gebunden ist. Die Bandbreite der notwendigen Kenntnisse ist beachtlich, ganz zu schweigen davon, wenn man dies auf die anderen Untersparten der Technischen Versicherung bezieht. (Bauleistungsversicherung, Montageversicherung, Elekronikversicherung, Maschinengarantieversicherung und diverse auf vorgenannte Versicherungssparten aufbauende Betriebsunterbrechungs-versicherungen)

Kein Schaden ist wie der andere. Weder die Höhe der zu erwartenden Schadenzahlung noch die Art des Schadens lässt Rückschlüsse auf die Komplexität der Bearbeitung zu.

Es hat sich bewährt, bei strittigen oder unklaren Schäden, einen Sachverständigen in die Schadenbearbeitung mit einzubeziehen.

Der Sachverständige sollte sich zu folgenden Punkten äußern:

  •  Zum Listenpreis der beschädigten Sache
  • Zur Schadenursache
  • Zum Umfang der Beschädigungen und Zerstörungen
  • Zu den Wiederherstellungskosten
  • Zum Zeitwert
  • Zum Wert von Altmaterial  oder den Resten
  • Zur Gerätenummer und Baujahr der beschädigten Maschine
  • Zur Plausibilität der Kostenvoranschläge/ Reparaturen bezogen auf die Schadenursache

Es besteht auch die Möglichkeit ein Sachverständigenverfahren einzuleiten.Der Versicherungsnehmer kann nach Eintritt des Versicherungsfalles verlangen, dass der Schaden in einem Sachverständigenverfahren festgestellt wird. Zu beachten ist, dass die Entscheidung für das Sachverständigenverfahren unmittelbar nach Schadeneintritt erfolgen muss, andernfalls ist die gewünschte Objektivität eher nicht gegeben.

Ein Sachverständigenverfahren können Versicherer und Versicherungsnehmer auch gemeinsam vereinbaren. Hierzu gibt es entsprechende Formulierungen in den jeweiligen Bedingungswerken.

Die Feststellungen der Sachverständigen müssen enthalten:

a) die ermittelten oder vermuteten Ursachen und den Zeitpunkt, von dem an der Sachschaden für den Versicherungsnehmer nach den anerkannten Regeln der Technik frühestens erkennbar war;

b) den Umfang der Beschädigung und der Zerstörung, insbesondere

aa) ein Verzeichnis der abhanden gekommenen, zerstörten und beschädigten versicherten Sachen mit deren Werten unmittelbar vor dem Schaden sowie deren Neuwerten zur Zeit des Schadens;

bb) die für die Wiederbeschaffung oder Wiederherstellung in den Zustand vor Schadeneintritt erforderlichen Kosten;

cc) die Restwerte der vom Schaden betroffenen Sachen;

c) die nach dem Versicherungsvertrag versicherten Kosten.

Sofern zu einem Schaden keine einvernehmliche Klärung erzielt werden kann, werden Anwälte bzw. Gerichte bemüht. Im Regelfall wird das Gericht einen eigenen Sachverständigen bestellen. Die beim gerichtlichen Verfahren entstehenden Kosten sind erheblich.  

Unfallschäden

Unfallschäden – Krane

Da die Nutzung eines Kranes an strenge Auflagen gebunden ist, dürfte es normalerweise keine Schäden am Kran bzw. durch Kranarbeiten geben. Die gut geschulten Kranführer und Anschläger müssen über entsprechende Befähigungsnachweise verfügen. Dennoch kommt es gelegentlich zu kapitalen, eindrucksvollen Schäden… Unfallschäden weiterlesen